Rezitator*innen

Während der Langen Lesenacht des Berlinisi-Festivals, 01.09.2018 werden die Schauspieler*innen und Rezitator*innen Denis Abrahams und Karen Suender uns ihre Stimmen leihen und einige georgische Texte in der Übersetzung vortragen. Wir freuen uns!

Denis Abrahams

Copyright Graham Hains

geboren in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main und spielte zahlreiche Rollen an Stadt- und Staatstheatern.
Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und Vorleser in Berlin. Neben seinen Lesungen, Hörbüchern und Hörspielrollen führt er auch Regie für Hörspiele und Hörbücher. Abrahams ist Gründungsmitglied des Literaturhauses Lettrétage und gestaltete hier viele literarische Abende als Sprecher und Kurator.

Karen Suender

Jahrgang 1974, studierte nach einer klassischen Tanzausbildung Schauspiel in Paris und Berlin. Nach Engagements an Theatern in Münster, Hannover, Leipzig, sowie bei den Bayreuther Festspielen, lebt sie seit 1999 als freie Schauspielerin, Sprecherin und Rezitatorin in Berlin.
Neben regelmäßigen Lesungen ist sie seit 2008 schwerpunktmäßig als Studiosprecherin tätig.
Ihre Stimme ist nicht nur in zahlreichen Hörfunk- und Fernsehbeiträgen (u.a. für Arte, ZDF, SWR) zu hören, sondern auch in Hörbüchern und Hörspielen (u.a. Die Drei ???). Außerdem ist sie Sängerin in der Berliner Band Travelling Light und publiziert jährlich den KIBA – einen Initiativbewerbungsalmanach für Schauspieler*innen und Sänger*innen.

Fotodokumentation

Wir freuen uns sehr, dass der Journalist und Fotograf Mirko Lux das Berlinisi-Festival mit seiner Fotokunst begleiten und dokumentieren wird.

Mirko Lux

Mirko Lux hat neuere deutsche Literatur und Kunstgeschichte in Berlin und Siena studiert. Während und nach dem Studium arbeitete Mirko als freier Journalist und Fotograf. Seit Mai 2013 ist Mirko Referent für Kommunikation und Programme im Berliner Büro des Villa Aurora & Thomas Mann House e. V., einer Non-Profit-Organisation, die den transatlantischen Dialog durch kulturellen und intellektuellen Austausch und Programme fördert.

Bloggerinnen

Wir freuen uns darauf, dass Isabella Caldart, Angie Martiens und Juliane Noßack das Berlinisi-Festival über fünf Tage als Bloggerinnen begeleiten werden.
Sie werden mit Interviews, Kurzreportagen, Impressionen und Snapshots über das Festival berichten.

Isabella Caldart

macht allerhand Jux und Tollerei mit dem geschriebenen Wort. Sie verfasst Artikel (unter anderem für die taz, das Missy Magazine, den Freitag und das Magazin der Büchergilde Gutenberg), arbeitet als Lektorin und betreut die Social-Media-Accounts des Deutschen Buchpreises, außerdem bloggt sie seit zweieinhalb Jahren auf www.novellieren.com über Gegenwartsliteratur.

Angie Martiens

Copyright Tabitha Anders

studierte Germanistik, Politikwissenschaft, Neuere Deutsche Literatur und Tanzwissenschaft in Berlin und Stockholm. Seit 2017 schreibt sie auf dem Literaturblog Litaffin, den sie seit diesem Jahr auch kollektiv leitet. Georgien, das sie im Mai bereiste, zählt derzeit zu ihren bloggenden Interessenschwerpunkten.

Juliane Noßack

Juliane Noßack treibt sich literarisch vielerorts im Netz herum. Seit 2014 bloggt sie über Literatur auf Poesierausch, während ihres Studiums der Angewandten Literaturwissenschaft an der FU Berlin leitete sie Litaffin. Gerade absolviert sie ein Volontariat im Verlagswesen und kümmert sich nebenbei noch um den open mike-Blog.

Programmheft

Rechtzeitig zum Festival ist auch unser Programmheft fertig und angeliefert geworden.

Was sollen wir sagen – es ist sehr schön geworden, und ein bisschen umfangreicher geworden, als ursprünglich gedacht. Aber seht selbst.

Großer Dank an Simon Wahlers für die tolle Umsetzung und Gestaltung.

Programmheft Berlinisi

Fragebogen Anina Tepnadse

10 Fragen an Anina Tepnadse.

1. Which impact has Tbilisi on your own work?

Tbilisi acts like on of the characters in my short stories. Reviving location with it´s unique characteristics is vital in order to create the sense of credibility.

2. What do you like about Tbilisi? What is annoying you?

I love that Tbilisi never sleeps. You can catch a Taxi at 4 am with no difficulties but the traffic annoys the hell out of me.

3. How is your experience with the Literature Szene in Tbilisi?

I’m not quite a part of the literature circles in Tbilisi. I used to be 7-8 years ago but not any more. That does not mean that I don’t like the Georgian writers. Far from that. I just don’t like going to book events, I prefer to go to bookstores and buy the new books on my own.

4. On which project are you working right now?

I’m translating Oxford’s book “Philosophy: A Very Short Introduction”.

5. How do you bring yourself in a mood for your writing? Which capabilities, which writing-environment and atmosphere do you need?

I usually write at night and I know that it sounds very basic. I need several cups of coffee and serenity.

6. How do you develop a literature text?

Usually, when I start writing I already know all the details of the text. I write in my mind all the time. I don’t know much about structure so I edit and edit and edit until I get it right.

7. How much time do you spend with your writing per week? Are you satisfied with that time?

I feel very ashamed of this but I write 2-3 hours a week. Not more. I’m not satisfied with this amount of work but I got 4 other jobs to do, so I have no choice.

8. On which current social topics are you interested right now? And do there have impact on your writing?

Right now I’m interested in gaps between generation and cultural shifts that come along with political changes. Also, I’m quite interested in LGBT rights.

9. How did you become a writer?

I honestly don’t know.

10. How do you use the internet and social media platforms for your writing and as a place for presentation?

When I started writing I did not want to publish my stories. I thought (and still think) blog was/is the ideal home for them. I also work in Digital Marketing so I know all the tools for promoting my works.

Fragebogen David Frühauf

Heute stellt sich David Frühauf unseren 10 Fragen.

1. Welchen Einfluss hat Berlin auf deine Arbeit?

Ob Berlin einen Einfluss auf die Arbeit selbst hat, lässt sich schwer sagen, doch hat die Stadt mir beigebracht, offener zu sein, stärker auf die Umwelt zu achten, sowohl die unmittelbare als auch die weit entfernte.

2. Was gefällt dir an Berlin? Was nervt dich?

Die Enge und die Weite, beides gleichermaßen.

3. Wie nimmst du die Literaturszene in Berlin wahr?

Eine vielfältige, wenn auch überschaubare und manchmal sogar beängstigend kleine Szene.

4. An welchem Projekt arbeitest du gerade?

Es geht um Raupen, Neutrinos, Finanzwirtschaft und Angst.

5. Wie bringst du dich für dein Schreiben in Stimmung? Welche Ressourcen, welche Schreibumgebung, -atmosphäre benötigst du?

In den Worten Reinhart Priessnitz’: »- lage?/ – nebel!/ – leben?/ – egal!«, oder etwas weniger bildungsbürgerlich: zwischen Büchern, Tassen, Zetteln und Stiften, über den Laptop gebeugt, im Internet, am Schreibtisch, in der Bibliothek oder zu Hause.

6. Wie entwickelt sich ein literarischer Text bei dir?

Langsam, ganz langsam, eine Akkumulation von Ideen, Zitaten, egal ob Dramatik, ob Prosa, ein jedes Wort wird sorgfältig abgewägt, meistens aber schnell wieder verworfen.

7. Wieviel Zeit verbringst du pro Woche mit deinem Schreiben, und bist du damit zufrieden?

Ich bin unsicher, wie viele Stunden, zufrieden bin ich jedoch kaum je.

8. Welche aktuellen gesellschaftlichen Themen beschäftigen dich gerade? Und haben sie Auswirkungen auf dein Schreiben?

U.a. der internationale (hier v.a. der europäische) Rechtsruck und das gleichzeitig zunehmende öffentliche wie private Unvermögen (bzw. der Unwille), eine Zukunft zu gestalten, geschweige denn zu denken, die mehr ist als Angst und bloße Konservierung prekärer Gegenwart.

9. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Durchs Lesen, denke ich.

10. Wie nutzt du das Internet und Social Media-Plattformen für dein Schreiben und als Präsentationsort?

Das Internet als Recherchemedium, Social Media als Ablenkung.

Fragebogen Zura Abashidze

Wir danken auch Zura Abashidze, dass er sich Zeit genommen hat, unseren kleinen Fragebogen zu beantworten.

1. Which impact has Tbilisi on your own work?

Tbilisi is the city where I started writing. I was born in Batumi and if I hadn’t moved to Tbilisi years ago maybe I wouldn’t have even started writing. Almost all of my stories take place in Tbilisi, my characters are from different places of the world but they are in Tbilisi as the story begins. Tbilisi is one of my character and for now I am reluctant to start writing about other city or people from other cities.

2. What do you like about Tbilisi? What is annoying you?

I like Tbilisi because the city has an old soul, you can feel 19th century spirit in Tbilisi’s old streets (Sololaki, Mtatsminda, Avlabari) and you can feel soviet union in old khrushchovka’s flats. You can meet different people with different ethnicity (Russians, old Germans, Armenians, Azerbaijanis and so on), but the city is very dirty and the population in this small city is relatively high. Also, air pollution causes a lot of problems.

3. How is your experience with the Literature Szene in Tbilisi?

I started writing when I was 19 years old. I became a finalist of Tsero Literature competition, it was my first step in literature and after that my career was growing and every day I feel interest from literature scene. My first book was a big thing for critics of literature. My book is a best seller, and all of this facts prove me that Georgian Literature Scene is ready to welcome new authors and new titles.

4. On which project are you working right now?

I’m working on my second book right now, I want it to be a novel, I already have a plot and I´m working on it to become a novel.

5. How do you bring yourself in a mood for your writing? Which capabilities, which writing-environment and atmosphere do you need?

I don’t need any special writing-environment or an atmosphere to write. One thing I need for writing is my Laptop. I do everything before I start writing. I live, I try to feel every emotion and after I calm down, I start writing.

6. How do you develop a literature text?

First, I start thinking about the final part of my story. Gradually, I’m creating characters and their images. After that I’m writing my character’s bio, appearances and flashbacks from their life. Finally, the story is ready to be written. And I’m waiting for the right time to catch the moment and write.

7. How much time do you spend with your writing per week? Are you satisfied with that time?

There are weeks, where I do nothing, but there are weeks I stop social life and write all days and nights.

8. On which current social topics are you interested right now? And do there have impact on your writing?

I’ve started writing because I wanted to show my support to the LGBTQI community. Since then I have always been trying to write about their feelings, life, struggles and the pain in our country. Of course my social topics are always homophobia in Georgia. I try to reach every person to defeat rage and anger in their mind and heart.

9. How did you become a writer?

I became a writer when I started studying at the university in Tbilisi. I moved from my city to Tbilisi and since the first month I felt loneliness, I started writing. I began remembering stories from my childhood and childhood neighborhood. I have always loved to hear interesting encounters and as I felt loneliness, I started writing these stories.

10. How do you use the internet and social media platforms for your writing and as a place for presentation?

Every reader I have today and every support I am receiving today, I have got from internet and social media. In our days it’s very hard not to use internet to promote your books. I post every news from my career on Facebook and it helps me to become more popular.

Flyer

Jetzt ist auch unser Festival-Flyer fertig.

Großer Dank an Simon Wahlers für Entwurf, Gestaltung und Fertigstellung.

Als Download gibt es den Flyer hier.

Fragebogen Helene Bukowski

Hier Helene Bukowskis Antworten auf unsere 10 Fragen.

1. Welchen Einfluss hat Berlin auf deine Arbeit?

Berlin wirkt immer noch nach. Das Erwachsenwerden in dieser Stadt hat mich sehr geprägt. Immer wieder taucht die Stadt als Fragment in Texten von mir auf, auch wenn ich mich eigentlich inzwischen mehr für verlassene Gegenden interessiere.

2. Was gefällt dir an Berlin? Was nervt dich?

In Berlin aufzuwachsen war ein großer Spaß, aber es war gut, zum studieren woanders hinzugehen. Inzwischen ist mir die Stadt an vielen Stellen fremd geworden. Sie verliert ihre Lücken. Jede Brache wird zugebaut, fast alle Orte, wo ich früher tanzen war, gibt es nicht mehr oder haben andere Namen und selbst die Zugänge zur Spree verschwinden. Das sich die Stadt so stark verändert hat, ist manchmal nicht ganz leicht.

3. Wie nimmst du die Literaturszene in Berlin wahr?

Vielschichtig, jung und weniger verstaubt als in anderen Städten, vor allem was das Veranstaltungsangebot betrifft.

4. An welchem Projekt arbeitest du gerade?

Gerade nur an meinen Roman. Von der Stadt ist er weit entfernt, dafür kommen darin Milchzähne, perlmuttschimmernde Badeanzüge, Kieferwälder und Pelzmäntel vor.

5. Wie bringst du dich für dein Schreiben in Stimmung? Welche Ressourcen, welche Schreibumgebung, -atmosphäre benötigst du?

Im Frühjahr habe ich herausgefunden, dass ich am besten arbeiten kann, wenn ich mich abschotte. Gerade tue ich das am liebsten in einem abgelegenen Haus in der niedersächsischen Provinz. Dort gibt es außer mir nur eine alte Dame, einen Hund, viel Moor, eine riesige Bibliothek und ein ungestörtes Arbeitzimmer. Sich dort zu vergaben funktioniert ausgezeichnet.

6. Wie entwickelt sich ein literarischer Text bei dir?

Er geht immer von Bildern und Beobachtungen aus, die ich in Form von Notizen sammele. Meistens habe ich dadurch auch bereits eine bestimmte Atmosphäre. Von dort aus entwickle ich den Text assoziativ weiter. Das Verknüpfen und Wiederholen von Motiven spielt dabei eine große Rolle.

7. Wieviel Zeit verbringst du pro Woche mit deinem Schreiben, und bist du damit zufrieden?

Das ist ganz unterschiedlich. Mal vergehen Tage ohne ein geschriebenes Wort, dann ist es wieder so, dass ich nichts anderes mache und am liebsten noch nicht ein mal für aufs Klo gehen die Arbeit unterbechen will. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass ich irgendwann zu einem ausgeglichenen Rhythmus komme, aber bisher sind diese Versuche immer gescheitert.

8. Welche aktuellen gesellschaftlichen Themen beschäftigen dich gerade? Und haben sie Auswirkungen auf dein Schreiben?

Gerade setzte ich mich viel mit Rollenbildern auseinander und wie Literatur dabei helfen kann, diese aufzubrechen. Wie müssen Geschichten erzählt werden, damit sie die alten Muster nicht reproduzieren? Welches Potenzial kann in diesen Geschichten stecken?

9. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich habe schon früh exzessiv gelesen. Und meine Deutsch Lehrer°innen sind sicherlich auch nicht ganz unbeteiligt. Sowohl in der Grundschule als auch später auf dem Gymnasium wurde bei uns das Schreiben von eigenen Texten gefördert. Für mich waren das ideale Bedingungen, die ich allen Kindern und Jugendlichen wünschen würde.

10. Wie nutzt du das Internet und Social Media-Plattformen für dein Schreiben und als Präsentationsort?

Vor allem als Fundgrube. Fotos interessieren mich dabei ganz besonders. Inzwischen habe ich auch ein Archiv für sie angelegt. Jedes Bild das mich irgendwie visuell reizt, wird abgespeichert.